Am 11. Januar fand der Neujahrsempfang der Energiegenossenschaft (ENGENO) Pyrmont–Lügde statt. Über 100 Bürgerinnen und Bürger informierten sich über aktuelle Energieprojekte, Klimaschutzthemen sowie die Arbeit der Genossenschaft.

Den Auftakt machte Torben Blome, Bürgermeister der Stadt Lügde. In seinem Grußwort ging er auf den Ausbau der Windkraftanlagen in Lügde sowie auf Fragen der Energiesicherheit ein. Blome betonte, dass Lügde gut aufgestellt sei. Besonders hob er das Engagement der ehrenamtlichen Kräfte im Katastrophenschutz hervor, die jüngst sogar beim großflächigen Stromausfall in Berlin unterstützten.

Im zweiten Themenblock stellte Frank Schröder, 2. Vorsitzender der ENGENO, die Entwicklung der Genossenschaft vor. Unter dem Titel „Vom Start-up zur Energiegenossenschaft“ zog Schröder eine Bilanz der vergangenen vier Jahre und gab einen Ausblick auf zukünftige Projekte. Die ENGENO habe sich in kurzer Zeit von einer Idee zu einer aktiven regionalen Energiegenossenschaft entwickelt. Moderator Alexander Deppe fasste treffend zusammen: „Die ENGENO ist eine Macher-Organisation.“

Ein besonderer Programmpunkt war der Gastvortrag „Eine Reise in die Arktis – dem Klimawandel am Nordpol auf der Spur“ von Dr. Daniel Steinhage. Der Wissenschaftler ist seit 1997 am Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung tätig und war online zugeschaltet. Steinhage berichtete über moderne Methoden der Klimadaten-Erfassung – aus der Luft bis zu Bohrkernen aus dem Eis. Zur Ausrüstung des Instituts gehören unter anderem zwei Basler BT-67 Flugzeuge (ehemals „Rosinenbomber“), die unter anderem mit geophysikalischer und meteorologischer Messtechnik ausgestattet sind, um beispielsweise 

Eisdicken zu bestimmen. Anhand von Bildserien zur Meereisausdehnung zeigte Steinhage eindrucksvoll den Rückgang des arktischen Eises.  

Eiskernbohrungen als Blick ins Klimaarchiv war ein weiterer Schwerpunkt des Vortrags. Steinhage hatte hierzu umfangreiches Bildmaterial und erläuterte, wie Bohrkerne als „Klimaarchiv“ genutzt werden. Diese Proben ermöglichen Rückschlüsse auf Temperaturverläufe, atmosphärische Zusammensetzung und Klimaveränderungen über sehr lange Zeiträume.

Im Anschluss stand der Austausch im Mittelpunkt. Die anwesenden Bürgerinnen und Bürger konnten sich mit den Arbeitsgruppen der ENGENO vernetzen. Die Gruppen Organisation, Technik, Kommunikation sowie das Nachhaltigkeitsforum präsentierten ihre Themen und Projekte. Ansprechpartner aus den jeweiligen Bereichen standen bereit, beantworteten Fragen und informierten über Mitwirkungsmöglichkeiten.

Der Neujahrsempfang machte deutlich: Regionale Energieprojekte, Klimaverantwortung und bürgerschaftliches Engagement gewinnen weiter an Bedeutung. Die ENGENO will diesen Weg auch 2026 gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern fortsetzen.

Weitere Informationen unter: https://engeno.org/neujahrsempfang-2026-nachbericht/

Bad Pyrmont / Lügde

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