Zu Beginn stellte die Energiegenossenschaft ihre Entwicklung vor. Seit der Gründung im Jahr 2021 ist die Zahl der Mitglieder auf inzwischen über 250 Genossinnen und Genossen angewachsen. Mit aktuell zwölf Photovoltaik-Projekten auf unterschiedlichen Dachflächen verfolgt ENGENO konsequent das Ziel, die regionale Energiewende aktiv mitzugestalten. Neben weiteren PV-Projekten werden perspektivisch auch Beteiligungen an Wind- und/oder Wasserkraftprojekten geprüft.


    Im anschließenden Fachvortrag erläuterte Sascha Ottolin die Funktionsweise des deutschen Strommarktes und erklärte anschaulich den Unterschied zwischen klassischen festen Stromtarifen und den zunehmend verfügbaren dynamischen Stromtarifen. Dabei wurde deutlich, dass sich die Strompreise an der Börse inzwischen viertelstündlich ändern und damit neue Möglichkeiten für Verbraucher entstehen.


     


    Im Mittelpunkt standen die praktischen Voraussetzungen für die Nutzung dynamischer Stromtarife. Voraussetzung sind intelligente Messsysteme (Smart Meter), die den Stromverbrauch digital erfassen und mit den Stromanbietern kommunizieren. Besonders interessant wird dies in Verbindung mit Photovoltaikanlagen, Batteriespeichern, Wärmepumpen und Elektrofahrzeugen. Moderne Energiemanagementsysteme können Verbraucher automatisch dann aktivieren, wenn Strom an der Börse besonders günstig verfügbar ist.


    Anhand verschiedener Praxisbeispiele wurde gezeigt, wie Elektrofahrzeuge gezielt in günstigen Preisphasen geladen oder Batteriespeicher mit preiswertem Netzstrom gefüllt werden können. Ebenso wurde erläutert, welche Rolle künftig bidirektionales Laden spielen könnte, bei dem Elektrofahrzeuge zeitweise auch Energie an das Gebäude zurückgeben.

    Für viele Besucher besonders spannend waren die Erfahrungsberichte aus der Praxis. Genosse Günter berichtete von seiner kürzlich abgeschlossenen Umstellung auf einen dynamischen Stromtarif. Dabei wurde deutlich, dass die technische Umsetzung heute zwar möglich ist, in der Praxis jedoch noch teilweise durch unterschiedliche Standards und lange Umsetzungszeiten erschwert wird.

    In der anschließenden Diskussion wurden zahlreiche Fragen zu Smart Metern, Netzsteuerung, Wärmepumpen, Wallboxen und zukünftigen gesetzlichen Entwicklungen beantwortet. Dabei zeigte sich, dass die Digitalisierung der Energiewende zunehmend Einzug in private Haushalte hält und intelligente Energiesysteme künftig eine immer wichtigere Rolle spielen werden.


    Fazit des Abends: Dynamische Stromtarife bieten insbesondere Haushalten mit Photovoltaikanlage, Batteriespeicher, Wärmepumpe oder Elektrofahrzeug erhebliche Chancen zur Optimierung der Energiekosten. Gleichzeitig wurde deutlich, dass für eine breite Nutzung noch weitere technische und organisatorische Voraussetzungen geschaffen werden müssen.